Ein paar Bilder dieser Seite sind von einem Kaninchenschutz, leider weiss ich nicht mehr von welchem und Bitte um Entschuldigung, das ich diese auch auf meiner Seite habe! Dies ist nur für den Schutz der Kaninchen, sonst hätte ich diese nicht eingestellt!

Sollte irgendjemand der Meinung sein, in diesem Bericht würde etwas wichtiges Fehlen oder ein Fehler vorhanden sein mit den Beschreibungen, kann er mir dies gerne mitteilen und ich werde es nach einer Überprüfung ändern oder dazuschreiben!

                            HALTUNG UND ERNÄHRUNG VON HAUS UND ZWERGKANINCHEN UND IHRE FOLGEN

              INHALT:

            1. Kurze Anmerkungen zum Ursprung und der Abstammung

            1.1 Physiologische Daten des Haus- und Zwergkaninchens

            2. Optimale Haltungsbedingungen

            2.1 Allgemein

            2.2 Innenhaltung

            2.3 Außenhaltung

            2.4 Nachwuchs

            3. Artgerechte Ernährung

            4. Mögliche Folgen falscher Haltung

            4.1 Erkrankungen/Ursache   

            5. Folgen falscher Ernährung

            5:1 Erkrankung/Ursache

            6. Kaninchenhaltung aus eigener Erfahrung

            7. Krankheiten meiner Kaninchen

Eine Ausarbeitung von Claudia Gräber

1.Kurze Anmerkungen zum Ursprung und der Abstammung

Der Ursprung des heutigen Haus- und Zwergkaninchen (Oryctolagus cuniculus) reicht bis ins frühe Mittelalter. die europäischen Wildkaninchen, von denen das heutige abstammt, es hat eine Körperlänge von 35- 45 cm (wiegt 1,2-2 kg, max. Geschwindigkeit 39 km/h) und hat ein bräunliches Fell. Der ursprüngliche Steppenbewohner gräbt unterirdische Erdbaue, lebt streng hierarisch im geordneten Familienverband und umfasst selten mehr als sieben Tiere. mehrere Familien schließen sich zu einer Kolonie zusammen, die aus über 1000 Tieren bestehen kann. Der Pflanzenfresser kommt meist nur zu Dämmerungszeiten aus seinem Bau. Er bevorzugt Landschaften mit leicht grabbarem Sandboden und warmen bis milden Klima.

Die Wildkaninchen (sowie deren Nachzuchten) gehören alle zu der Familie der Hasenartigen. Das Merkmal dafür ist das sinnreich, eingerichtete Gebiss. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Gemüse, Rinde und selten von Getreide.

Die ersten Züchtungen mit den Wildkaninchen begann im späten Mittelalter mit schwarz/weißen und gescheckten Tieren. Später im 19. Jahrhundert gab es dann die ersten Zuchtvereine mit Haus- und Rassekaninchen. Es folgten verschiedene Farbschläge und Größenordnungen.

Bis zum heutigen Tag, gibt es immer mehr Haus- und Zwergkaninchen die sich in den Haushalten herumtummeln. Durch die Überzüchtungen sind die Kaninchen immer Krankheitsanfälliger geworden.

Als weiteres Probleme steht die falsche Haltung und Ernährung im Vordergrund, denen jedes Jahr viele ausgesetzt sind und letztendlich das Leben kostet.  

Physiologische Daten des Hauskaninchens

Atemfrequenz: 40- 60

Herzfrequenz: 150- 300 Schläge/min

Körpertemperatur: ca. 38,5 -39,5  Grad Celsius                                                    mänl. Geschlechtsorgan

Lebenserwartung: ca. 8-10 Jahre (auch mal älter)

Tragezeit/Trächtigkeitsdauer: 28- 31 Tage                                                          weibl. Geschlechtsorgan    

Geschlechtsreife: 4-7 Monate

Jungtiere: 1-8 von 30- 100g

Selbständigkeit: 6-7 Wochen

Optimale Umgebungstemperatur: 15- 18 Grad Celsius

 

2. Optimale Haltungsbedingungen

2.1 Allgemein

Eigentlich sind Kaninchen genügsame Haustiere, solange sie nicht alleine sind, eine regelmäßige Reinigung ihres Lebensraumes gewährleistet ist, sie gewissenhaft gefüttert werden und ein paar Streicheleinheiten bekommen. Beim Kauf muss man darauf achten, dass die Tiere in einen guten Zustand sind ( gesundheitlich wie psychologisch). Trübe Augen, Niesen mit Sekret, verklebte Vorderpfoten, glanzloses struppiges Fell oder Ohren sind Anzeichen dafür, das etwas mit dem Kaninchen nicht stimmt.

Wichtig ist, sich vorher genau zu informieren, was das Kaninchen braucht und was es überhaupt im Monat kostet. Viele glauben ihrem Kind einen Gefallen zu tun, wenn sie ihm einen kleinen Hoppler kaufen, besser wäre ein Kaninchen aus dem Tierheim zu holen! Leider sind Kaninchen schnell zu verängstigen und auf keinen Fall sind es Knuddeltiere, die zum Zwangsknuddeln verdonnert werden. Kaninchen werden grundsätzlich nicht gerne hochgenommen ( Ausnahmen bestätigen die Regel!) , da dies in der Natur bedeuten würde, dass sie sich in absoluter Lebensgefahr befinden. Diese Instinkte sind Überlebenswichtig gewesen für die Wildkaninchen, ob früher oder auch heute noch.

Ein kleines Zwergkaninchen braucht alleine einen Käfig von mindestens 1,50 m und da es natürlich nicht alleine gehalten werden sollte, vergrößert sich natürlich der Käfig um doppelt so viel!!. Das Platzproblem hängt davon ab, wie groß das Tier ist, wie viel Freilauf hat es außerhalb zur Verfügung und wie viel Zeit verbringt der Halter mit seinem Tier! Hat man wenig Zeit ,sollte der Käfig am Besten mit einem großen eingezäunten Auslauf ausgestattet sein.

Es ist  grundsätzlich Falsch, ein einzelenes Kaninchen zu halten. 

Welches Tier ist schon gerne alleine?

Das Tier ist in dem Fall frustriert, da es keinen Lebens-, Spiel- und Kuschelpartner gibt , mit dem das Kaninchen auch streiten kann. Dieser beherrscht die Körpersprache und rennt und kuschelt mit ihm.

Zwei gleichgeschlechtliche Tiere (nur mit Kastration!) oder ein Pärchen sind schon angebracht, wobei reine Weibchengruppen oft untereinander aggressiv werden! Der Rammler, ohne mit ihm züchten zu wollen, sollte auf jeden Fall kastriert werden .( Auf die Folgen ohne Kastration werde ich später näher eingehen!). Artgerecht ist natürlich eine Gruppenhaltung .

Optimal ist der passende große Käfig mit dazugehörigem eingezäunten Auslauf oder ein großer Außenstall im Freien in dem die Kaninchen richtig toben können. Sie sind Tiere, die einen großen Bewegungsdrang besitzen. Kaninchen flitzen ohne Grund einfach mal so durch die Wohnung oder durch das Gehege. Wie die Irren machen sie Luftsprünge und geben so ihrer Freude Ausdruck! Umso mehr Bewegung zugelassen wird, umso glücklichere Tiere hat der Halter.

Ein konventioneller Käfig kann nur Rückzugsmöglichkeit  und als Schlafraum dienen, nicht zum rumrennen oder toben.Wichtig ist eine strukturierte Lebensgewohnheit.

Die Kaninchen sollten auf jeden Fall auch öfter mal untersucht werden, d.h.:

wöchentlich - Ausschau halten nach Verklebungen (z.B. in der Analregion), schauen ob das Kaninchen normal frisst- Zahnprobleme ?

monatlich (bzw. wöchentlich) Fellkontrolle ( nach Krusten, Verletzungen, Haarausfall Ausschau halten )

Wenn ein Weibchen zu oft ein Nest baut und mehrmals im Jahr rollig ist, bitte das Kaninchen kastrieren lassen, sonst besteht die Gefahr eines Tumores in der Gebärmutter! (aus eigener Erfahrung!)

Besitzer, die sich ausgiebig um die Tiere kümmern, denen fällt immer sofort auf, wenn etwas mit dem Tier nicht stimmt!

Immer zu beobachten sind Veränderungen, die ein Kaninchen macht, die evtl. auf eine Erkrankung schließen. Zu beobachten sind:

Verhalten, Aktivität, Fressverhalten, Atmung, Kopf, Augen, Nase, Maul, Bauch, Fell und Haut und die Verdauung.

Kaninchen sind sehr intelligente Wesen. Sie können lernen, ein Katzenkloo zu benutzen und stubenrein zu werden. Sie können lernen zu kommen, wenn sie gerufen werden und sie setzen sich auf und betteln um Leckerlis. Außerdem klettern sie auf Stühle, Sofas und Betten. Die Nagetiere lernen ein Leben lang. Am Anfang in Ihren Flegeljahren brauchen die Tiere eine gewisse Zeit um die nötige Reife zu erreichen. Oft fehlt den Menschen die Zeit und die nötige Geduld dazu abzuwarten bis dies soweit ist. Wie bei den Menschen gibt es unterschiedliche Charaktere denen man sich anpassen sollte, ohne das Tier zu irgendetwas zu zwingen. Die Geduld wird mit viel Liebe vom Kaninchen zum Menschen belohnt. Die Liebe und Anhänglichkeit dauert ohne bestimmte Zwischenfälle und die richtige Haltung ein Leben lang!

Um Kaninchen besser zu verstehen muss man ihre eigene Körpersprache beherrschen.

Zähneknirschen - eher zart = Wohlbefinden oder sehr stark = Starke Schmerzen

Augen aufreißen - Angst ,Körper auf den Boden drücken

Knurren                                          - Revierverteidigung, Angriff folgt

Schreien                                        - Schmerz, Erschrecken aus Todesangst

Kaninchen umkreisen sich       - Rammler versucht zu besteigen

Besteigen bei                               - Unterdrückung Gleichgeschl. Tieren

Kinn reiben an                             - Reviermarkierung mit Kinndrüsen Gegenständen

Kopf an Kopf drücken                  - Kaninchen mögen sich

Gitterstäbe benagen                   - entweder betteln Kaninchen für raus oder nach Futter

Beschnüffeln                                - sich kennenlernen

Kaninchen ducken sich              - Unterwürfigkeit bei Begegnung

Männchen machen                      - Überblick beschaffen

so halte ich ein Kaninchen richtig, immer auch mit einer Hand unter dem Hinterteil!

2.2 Innenhaltung

Die Ausstattung des Käfigs (mind. 150 cm plus Auslauf!!!) sollte aus einem Schlafhäuschen (oder sonstigem Bau zum verstecken), einer Toilettenecke, einer Heuraufe, kein Salzleckstein ( kann  zu Nierenschäden führen), einem Kalkstein und einem Trinkbehälter bestehen. Einige behaupten besser sind handelsübliche Tränken, andere wiederum finden offene Trinkschalen besser. An den offenen Gefäßen können leicht Jungtiere ertrinken und die Tränken sind leider große Bakterienträger, da man diese schwer säubern kann!!! Außerdem geht nicht jedes Kaninchen an diese Tränken, da die Trinkflaschen oft nur das Wasser Tröpfchenweise abgeben, was zu Wassermangel führen kann.

Die Stubenreinheit ist natürlich auch sehr wichtig, um vieles zu vermeiden. Kaninchen können ihren Kotabsatz willkürlich steuern. Am leichtesten gelingt einem dies, wenn der Halter seine Lieben von Anfang an daran gewöhnt. Entweder dies funktioniert gleich oder es sind einige Tricks notwendig. Wenn das männliche Tier kastriert ist, wird es seine Toilette eher benutzen, da es den Drang zur Reviermarkierung abgelegt hat. Empfehlenswert sind Holzpellets (immer auf den Inhalt achten). Sie sind saugfähig und geruchsbindend. In vielen Büchern wird auf Katzenstreu hingewiesen, aber dies hat nur Erkrankung zur Folge, beim Fressen des Streu’s. Falsche Auswahl in der Einstreu kann fatale Folgen haben.

 Toilettenkisten sollten auf jeden Fall nach den passenden Größen der Tiere ausgesucht werden. Diese sollten natürlich auch in den Freilauf gestellt werden. Der Halter braucht seine Kaninchen nur ab und zu hineinzusetzen oder ein wenig Kot hineinzulegen und schon funktioniert dies von alleine (meistens!). Es kann immer wieder vorkommen, das manche Kaninchen das nie Lernen!

Der Freilauf im Zimmer ist schwieriger, da die Kaninchen,  alles anfressen was ihnen vor die Füße kommt und sich zerkleinern lässt. Dadurch entstehen viele Unfälle. Ein eingezäunter Freilauf oder ein extra eingerichtetes Zimmer in dem solche Fälle nicht vorkommen, wäre wohl am sinnvollsten.

Auf jeden Fall immer impfen lassen!!! Auch bei Innenhaltung!!

So leben meine Kaninchen, den Plan zum Gehege habe ich selbst entworfen, den Rest habe ich durch einen Internetanbieter bauen lassen. Durch die Schalen des normalen Drahtkäfigs kann nichts daneben gehen  und ist besser zu reinigen. Außerdem sind in jeder Etage eine Toilette und Treppen zum hinauf- oder hinabsteigen. Die Türe links unten kann man auch schließen und eine Tür rechts einhängen und schließen. Dies passt super in Wohnräume. Das Holz könnte man auch noch mit ungiftigem Lack anders streichen. Dieser Stall lässt sich auch super mit dem Handfeger reinigen.

2.3 Außenhaltung

Falsche Haltung kann viele Folgen haben. Dies zeigt sich durch Aggression, Angst Anpinkeln, Verletzungen, schlechte Erfahrungen, falsches Annähern, falsches Verhalten vom Menschen gegenüber dem Tier, falsche Vergesellschaftung und Frustration.

Die Größe des Käfigs ist eines der Hauptprobleme, sowie die falsche Einrichtung des Käfigs oder auch der falsche Standort.

Dadurch können viele Ängste und Aggressionen herbeigeführt werden. Wenn dann noch Bewegungsmangel dazukommt ist alles vorprogrammiert. Der Käfig sollte nicht direkt auf dem Boden stehen , da dort erstens meist zuviel Zugluft herrscht und zweitens haben Kaninchen Angst, wenn sie von oben betrachtet oder herausgenommen werden. Dies ist ein typisches Verhaltensmuster von den Wildkaninchen. Alles was groß ist und von oben kommt, ist ein Feind und da es Fluchttiere sind, geraten Kaninchen schnell in Panik. Der Halter sollte allerdings beachten, wenn der Käfig etwas höher steht, das das Kaninchen die Möglichkeit hat, über eine Vorrichtung aus seinem Käfig zu hoppeln. 

Außerdem mögen die Tiere keinen Lärm, d.h. z.B. im Kinderzimmer herrscht oft zuviel Lärm, dass die Kaninchen verängstigen kann und wenn sie dann z.B. kein Versteck im Käfig besitzen wissen die Tiere nicht wohin.

Ein Kaninchen das Aggressiv gegenüber dem Menschen wird, kann kratzen, beißen, boxen oder brummend auf die Hand losschießen. Das letzte tun Kaninchen auch um ihr Revier zu verteidigen. Die Aggressivität lässt sich unterteilen in Angst, Frustration und weitere Aspekte. Gerade im Käfig ist die Flucht manchmal unmöglich und daher greift das Kaninchen aus Angst oft an. Dies wird auch manchmal mit vorherigem Brummen gewarnt und wenn das nichts nützt kann dies ziemlich schmerzhaft sein.

Das Gegenteil davon ist stumpfsinnige Resignation, durch schlechte Erfahrungen mit dem Menschen beim Vorbesitzer ( durch schlagen, an den Ohren ziehen usw.). Zwangsknuddeln oder falsche Annäherung kann auch Ursache dafür sein. Mit viel Geduld, Aufmerksamkeit und Liebe, sowie Belohnung durch kleine gesunde Leckereien kann ein Besitzer sein verängstigtes Kaninchen wieder langsam die Angst nehmen. Angst geschieht auch oft durch das Unterdrücken des Bewegungsdrangs, von hinten oder oben anfassen und hocheben. Dadurch können auch viele Unfälle ( z. B. Knochenbrüche), durch die plötzliche Flucht vom Arm oder Gegenständen, geschehen.

Eines der vielen Haltungsfehlern ist die Frustration durch Alleinhaltung.

In diesem Fall ist das Tier frustriert, weil es keinen Spiel und Streitgefährten besitzt. Besonders unkastrierte oder kastrierte Rammler leben ihren Sexualtrieb aus , werden bissig und markieren alles. Das Kaninchen markiert sein Eigentum, in dem Fall den Menschen. Dies kann dazu führen, das Kaninchen in das Tierheim abgeschoben oder sogar ausgesetzt werden.

Das gleiche gilt für den falschen Partner. Zwei gleichgeschlechtliche Tiere können sich am Anfang verstehen und in der Pupertät ( ca. 3-6 Monate ) gibt es oft erbitterte Kämpfe um Revier und Rang. Dies geht nicht immer unblutig aus. Die Rammler sollten auf jeden Fall kastriert werden. Meistens verstehen sich auch nur zwei Verwandte kastrierte Rammler oder ein Pärchen. Unbekannte Tiere sollten langsam zusammengeführt werden. Am besten in getrennten Käfigen, da sie sich auch gerne verbeißen.

Kaninchen und Meerschweinchen sollten auf keinen Fall zusammen gehalten werden, wegen der ungleichen Körpersprache, der quietschenden Geräusche der Meerschweinchen und der unterschiedlichen Ernährung.

Sonstige Ursachen von Aggression können Schmerzen und Verwechslungen sein, wie

z.B. durch Beißen in die Hand, wenn sie nach Futter riecht.

Falsche Haltung kann auch zu Erkrankungen führen. Dazu eine Tabelle der Wichtigsten!

4.1 Erkrankung/Ursache/

Erkrankung Ursache

Nachhandlähmung - starkes Ausschlagen mit den Hinterläufen,  durch Degeneration der Muskulatur, unsachgemäßes Festhalten, Mangel an Vitamin E und  Selen

Gehirnerschütterung - Stürze von Tisch oder Stühlen, aus den Händen, gegen Gegenstände laufen (kann zu Schwindel , Verletzungen des peripheren und zentralen Nervensystems führen),Zwangsbewegungen, Erregungszuständen,

Probleme im Atmungssystem-hohe oder niedrige Temperaturen, hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit,

Schnupfen, Bronchitis  Zugluft, Stress, unhygienische Haltungsbedingungen

Akutes Herz- Kreislaufversagen akuter, starker Stress, Adipositas, Infektionskrankheiten,  Hitzeschlag  

Anämie - Unfälle mit starken Blutungen, massiver Befall von blutsaugenden Ektoparasiten  

Plötzlicher Herztod - durch Fettsucht, bei besonders fetten Kaninchen, falsche Ernährung

Zystitis - durch Unterkühlung, unhygienische Haltungsbedingungen

Nebennierenerkrankung - chron. Stress, Therapieschäden durch Kortisongaben Allgemein körperliche Erschöpfung

Geburtschwierigkeiten - evt. durch zu große Gruppenhaltung

Fehlgeburten - durch fehlerhafte Fütterung, traumatische, psychische Ereignisse z.B. Jagen, Hetzen durch weibl. Genossen

Wunde Läufe - fehlerhafte Haltung und Fütterung, Mangel an Vitaminen, Fettsäuren, Aminosäuren und anderes ,Ungeeignete Stallböden, falsche Einstreu, Übergewicht  

Alopezie - durch Beißereien, Ektoparasiten, Gesamterkrankung des Organismus, Dermatophyten

Dermatitis - Biss und Kratzwunden, Vitaminmangel (Erreger-Staphylkokken Dermatophyten, Ektoparasiten)

Abszesse - infizierte Wunden, chron. Infektionskrankheit

Dermatomykosen - Überbesatz, hohe Temperatur, Stress, Feuchtigkeit Verkauf, Trächtigkeit  

Ektoparasiten - Stress, unhygienische Bedingungen, Massenhaltung ( wie Flöhe, Haarlinge, Läuse Milben)  

Myiasis - offene nicht gereinigte Wunden, nässende Dermatitis (durch Fliegen die Eier allgemeine Schwäche, falsche Haltung u. Pflege absetzen)

Verletzungen-  durch stumpfe - Aufschlagen auf den Boden, Stürze Überdehnung, Gewalteinwirkung Prellung usw. - durch scharfe/spitze Gegenstände Unverträglichkeit unter den Tieren

Luxation -häufig Hüftgelenk u. Ellenbogengelenk betroffen - durch Sprünge von Gegenständen, Fallen aus den  Händen von Kindern

Hornhautentzündung mit Erblindung - durch nicht behandelte eitrige Konjunktivitis

Arthrose nicht artgerechte Haltung, falscher Käfigboden, Käfiggröße, Folgen von nicht behandelten Frakturen  

Allgemeine Infektionskrankheiten - Stress, unhygienische Haltung, Futterumstellungen ( wie z.B. akute Enteritis Parasiten, Antibiotikagaben Nephritis, Urethitis)  

Verbrennungen - durch nicht kontrolliertem Freilauf

Verbrühungen

Konjunktivitis - traumatisch ( Kratzer, Fremdkörper, Staubbelastung (  durch fehlerhafte Einstreu) Entzündung derLidbindehäute) chemisch (Desinfektionsmittel, Zigarettenrauch, ammoniakhaltige Stallluft) thermisch ( Zugluft, zu trockener, zu warmer Standort ,direkt neben der Heizung)

Eitrige Entzündung desTränenganges - schlechte Stall- und Käfighygiene

Spezielle Infektionen wie z. B.

Pasteurellose - Stress, Mangelernährung, Futterumstellung, Vitaminmangel

Tollwut - kein Schutz von Wildkaninchen

Myxomatose - durch Mücken, Zecken, Milben, Flöhe, infiziertes Futter, Kontakt mit Wildkaninchen, Katzen

Folgen : Inkubationszeit 3- 10 Tage ,Entzündung Augenlider, Rötung, Schwellung, Tränenfluss, Schwellungen u. Entzündung des Genital- und Analbereichs, weiterer verlauf mit Schwellungen an Mund Nase, Ohren, Gliedmaßenendungen, zum Schluss Apathie, Futterverweigerung- Tod- 7-10 Tage

RHD - durch Futtermittel, Kleidung der Tierbesitzer,

Rabbit Haermorrhagic Disease stechende Insekten

Folgen : blutiger Nasenausfluss in 1- 3 Tagen zum plötzlichen Tod -perakuter Verlauf

Unruhe, Benommenheit, Atembeschwerden, Fieber, blutiges Nasensekret

- Tod- akuter Verlauf

1. Bild: Nemolie nach Kastration, ein Stück vom Ohr ist durch Infusion abgestorben, man sieht noch das Stück Kruste kurz vorm abfallen 

2. Bild: Nemolie bei einer Magenüberladung durch spitze Zähne mit 36 Grad Untertemperatur, kurz vor der Klinikeinlieferung, bei Rotlicht und Kirschkernkissen

5.Folgen falscher Ernährung

Die falsche Ernährung spielt in vieler Hinsicht eine große Rolle bei vielen Erkrankungen. Die fängt schon bei der falschen Einstreu an. Da die Tiere ihre Einstreu oder ihren Toilettenbesatz gerne fressen, sollte auf keinen Fall mit Tonstreu (anfällig für Lungenentzündung, wegen giftigen Ausdünstungen) oder Katzenstreu ausgelegt werden. Vielerlei Verdauungsprobleme und Atmungsprobleme können sogar zum Tode führen. Auch Kiefern und Zedernspäne können ätherische Öle ausdünsten und zu Leberschäden durch das Einatmen führen. Gleichermaßen gilt dies für das Anknabbern von nicht Nagergerechtem Spielzeug, giftigen Zweigen oder sonstigem bei freilaufenden Kaninchen ( wie z.B. Kabel, lackiertes Holz, Teppich usw.).

Bei der eigentlichen Ernährung sollte auf keinen Fall Weißkohl, Klee, Kopfsalat (stark Nitratbelastet, stark gespritzt), Aubergine, Zuchini, Tomate, frische rote Beete, Kartoffeln, Rhabarber und giftige grüne Tomaten, Keime und Bohnen auf dem Speiseplan stehen.

Trockenfutter beißen die Nager nur kurz ab, quetschen es zweimal zwischen die Zähne und schlucken dies unter. Dadurch ist der Zahnbetrieb nicht gewährleistet. Dies führt zu langen Zähnen, Zahnbrücken, Zahn- und Kieferabszessen. Ständiger Durchfall, Verstopfung, Trommelsucht, Magenwandriss usw. ist die Folge solcher Nahrung, da die Magen-Darm Struktur dafür nicht ausgelegt ist. Diese Ernährung ist Energie- und Kalorienreich und schlecht zu verwerten und es kommt auch zu Übergewicht, Herz und Leberverfettung, Bewegungsunlust und Verfettung. Falsche Ernährung führt u.a. zu Durchfall und dadurch ist der After verschmiert und dies wiederum lockt Fliegen an. Die Fliegen freuen sich darauf und legen ihre Eier dort ab. In wenigen Stunden fressen die Maden die Tiere von innen auf.

Eine weitere häufige Ursache, weshalb Kaninchen in der Kleintiersprechstunde vorgestellt werden sind Zahnprobleme, die durch übermäßiges Wachstum ( wie schon häufig erwähnt) verursacht werden. Dies führt zu Zahnabszessen. Abszesse ( wie oben einmal erwähnt) können allgemein rund um das Gebiss durch das Einschneiden wachsender Zähne in Haut, Zunge und Backen auftreten. Kommt es einmal zu einem Kieferabszess ist die Behandlung nicht immer Erfolgreich. Jede verminderte Futteraufnahme, verlangsamtes Kauen, vermehrte Speichelabsonderung, Gewichtsabnahme sind gewisse möglicher Anzeichen auf Abszesse. Durch richtige Ernährung und Zahnkontrolle kann dies weitgehend vermindert werden.

Allgemein sollte bei jeder Veränderung im Verhalten bei der Nahrungsaufnahme sofort reagiert werden.

Weitere Krankheiten bei falscher Ernährung und ihre Ursachen wird in folgender Tabelle aufgeführt!

5.1 einige Erkrankungen/Ursache

Erkrankung Ursache

Heminthosen – Parasiten - unkontrolliertes, ungewaschenes Grünfutter  

Cestoden - Verfütterung von Grünfutter

Konjunktivitis - allergisch durch Staub u. Pollen beim Verfüttern von Grünfutter  

Eitrige Entzündung des Nasenganges - Zahnerkrankung, durch verlängerte Tränennasenganges Zahnwurzeln können sie auf den Tränenkanal drücken und sie verschließen

Nachhandlähmung - Mangel an Vitamin E und/oder Selen

(Weißfleischigkeit)

Plötzlicher Herztod bei Fettsucht - bei zu fetten Kaninchen

Urolithiasis ( Blasen- und Nierensteine) - zu kalziumreiche Fütterung durch Fertigfutter

Frischfutter wie zuviel Petersilie, Broccoli, Kohlrabiblätter, Luzerne, mangelndes Flüssigkeitsangebot

Hypokalzämie - Mangel an Kalzium u. Vtamin D

Wunde Läufe - Mangel an Vitaminen, Fett- u. Aminosäuren ,Langandauernde Fehlfütterung mit Kraftfutter- Mischungen, Fettleibigkeit, Vitaminmangel 

Zahnabszesse ,Zahnfrakturen - falsche Ernährung, unzureichende Zahnkontrolle  

Dermatitis - Vitaminmangel

Tympanie - abrupte Futterumstellungen und das erste Grünfutter, junger Klee, junges feines Gras (durch übermäßiges aufnehmen )durch leicht gärfähiges, kohlenhydratreiche erhitztes u. gegorenes Futter, reichliche Gabe von Bohnen, Erbsen u. Kohl  

Magenüberladung - übermäßige Aufnahme von Trockenfutter ,durch längere Hungerperioden,durch sehr quellreiches Futter wie trockene Kartoffel oder Rübenschnitzel

Akute Dysenterie- akute Enteritis - primär: zu schnelle Futterumstellung

Akute Diarrhö Fütterungsfehler durch verdorbenes oder verschimmeltes Futter unzureichendes Wasserangebot bei säugenden Tieren sekundär: Vergiftungen, Stoffwechselstör. Vitaminmangelzustände

Mukoide Dysenterie - chronisch: Futterwechsel, Rohfasermangel Akute Durchfallerkrankung in der Nahrung, Fehler in Futterzusammenstellung, Schimmelpilze

 Psychologische Fettleber - zu stark gemästet

Pathologische Fettleber - falsche Ernährung, Zunahme von Pflanzengiften, Pflanzenschutzmitteln u.a. Giften  

Ektoparasiten - Mangel an essentiellen Fettsäuren, Vit C

Allgemeininfektionen wie

Akute Dysenterie, akute Enteritis - Futterumstellungen u. Futternoxen

Akute Diarrhö Antibiotikagaben

6. Kaninchenhaltung aus eigener Erfahrung

Am Anfang dachte ich immer Kaninchen zu halten und zu füttern wäre einfach. Das bisschen Grünfutter, das Stück Möhrchen hat man immer im Kühlschrank und da sie ja zu Zweit waren ( anders hätte ich dies nie zugelassen), brauchen die Kaninchen auch weniger Zuwendung. Auch was die Kosten angeht, dachte ich das wäre ne Kleinigkeit.

Das dies ein großer Irrtum war , bestätigte sich gleich darauf!

Vorher sich eine Lektüre zu kaufen war natürlich selbstverständlich, obwohl ich mittlerweile nicht mehr von dieser begeistert bin. Von vorne herein war mir klar das Trockenfutter, wie es meistens angegeben wird nicht das Grundnahrungsmittel sein kann.

Der Käfig (mit Sägespänen ausgelegt) hat sich von anfangs 1,m auf zwei aufeinander miteinander verbundene 1,20m Käfige vergrößert. Mit vielen Höhen und Tiefen und Leitern aus Holz sind die beiden Käfige mit Loch im Käfigboden verbunden. Mit zwei Toilettenkisten mit Heupellets , eine Heuraufe, Salzleckstein, Kalkstein und einer Wasserschale ist der Käfig ausgestattet. Die Toilettenkisten werden etwa alle drei Tage erneuert und der Käfig wird alle 7 Tagen gereinigt. Die Tiere hatten sich von Anfang an, an diese Kisten gewöhnt und sind daher bis auf ein paar Böhnchen sauber. Anfangs hatte ich in den Toilettenkisten Katzenstreu ( wie es beschrieben war!), was oft zu Magenproblemen führte durch übermäßiges futtern dieser Teilchen. Auch hatte ich anfangs eine Tränke zum aufhängen, aber aus dieser wurde nie getrunken und daher stellte ich einen Wassernapf in den Käfig, der jetzt auch aufgesucht wird.

Mittlerweile ist der Käfig auf dreistöckig angestiegen mit einem großen Auslauf!(Bild folgt)

Heu von einem Bauer ist natürlich den ganzen Tag vorhanden und durch die viele Frischfütterung brauchen meine Kaninchen auch nicht viel Wasser.

Als Frischfutter erhalten sie ganzjährig (je nach Saison) eine Schüssel mit mind. 5- 8 Sorten, jeweils morgens und abends. Diese Auswahl beschränkt sich auf Möhren, Eissalat, Mausohr, Kohlrabi, Apfel, Selleri, Brokoli und Fenchel. Die hat natürlich die Folge eines vollen Kühlschranks. Das Futter wird vorher mit etwas lauwarmen Wasser angewärmt, damit es nicht eiskalt serviert wird. Im Sommer erhalten die Kaninchen noch frische Zweige, Gras Löwenzahn und alles was der Garten gesundes hergibt. Da die Tiere im Sommer ein Außengehege (mit Häuschen, Höhlen usw.) für tagsüber besitzen, gibt es weniger Frischfutter, da genügend Gras vorhanden ist.

Zwischendurch, muss ich leider zugeben gab es schon einmal ein „Leckerli“ (Trockenfutter o. ä.) als Belohnung. Mittlerweile beschränkt sich dies aber auf getrocknete Äpfel, Bananen, rote Beete, Erbsenflocken und Kräuter.

Außer dem großen Käfig gibt es noch einen großen Auslauf vor dem Käfig im Haus ( etwa 2*2m) in dem die Kaninchen mindestens 5 –15 Stunden pro Tag (längste am Wochenende) herumtoben können. Mit verschiedenen Dekorationen und Holzspielzeug, Toilettenkiste, Hundedecke usw. ist dieser Auslauf mit Gitterumrandung ausgestattet. Wenn die Käfigtür aufsteht können die Tiere rein und raus wie sie wollen. Dies wird auch früh morgen energisch mit Käfiggitternagen gefordert.

Eigentlich sollten diese beiden ein Pärchen sein, aber dies hat sich leider schnell anders herausgestellt. Die zwei waren Brüder und die gegenseitigen Bisse und Aggressionen untereinander ließen nicht lange auf sich warten. Nach kurzer Zeit wurden beide kastriert und die Liebe untereinander war wieder die Alte. Der Revierwechsel ändert sich ab und zu, was dann mal zum knurren und aufsitzen führt, aber ansonsten sind es total liebe verschmuste Tiere.

Durch das viele Grünfutter muss ich jedes Jahr einmal zur Backenzahnkontrolle und zum impfen, was aber ansonsten keine Probleme macht.

Ab und zu überfressen sich die Tiere mal und dann haben sie Magenprobleme. Diese Probleme löse ich dann meist mit Naturheilmittel

Verschieden Symptome und Krankheiten, wie z. B. Untertemperatur oder Infektionen mussten auch schon behandelt werden, da dies nicht immer zu vermeiden ist, aber durch viele neue Erfahrungen kann dies verringert werden. Auch die physische Störungen eines Kaninchen wurde erfolgreich mit der Gabe von Kalium phosphoricum von Schüßler behandelt.

Meine Tiere sind sehr anhänglich und brauchen viel Zuwendung, die sie sofort fordern und die sie auch nur bekommen wenn die Tiere dies wollen. Sie werden zu nichts gezwungen und haben viele Freiheiten.

Meine Erfahrungsergebnis ist das Kaninchen viel Frischfutter, viel Heu, Viel Aufmerksamkeit brauchen, sie kosten nicht wenig, brauchen viel Platz und wenn sie das alles haben, wird man jeden Tag mit viel Freude belohnt, so dass man ihnen das Glücklichsein ansieht.

Tägliche Kontrolle des gesamten Körpers ( das durch Streicheleinheiten automatisch geschieht) und der körperlichen Verfassung ist sehr wichtig um späteres vorzubeugen!

Mittlerweile bewohnt mein Kaninchenheim eine Kaninchendame (siehe meine Tiere) , da uns unser geliebter Kaninchenmann, durch eine Augenoperation gestorben ist (siehe in Memorian).

so leben meine Kaninchen, sie besitzen aber noch ein Außengehege!

7. Krankheiten meiner Kaninchen und ihre Folgen

folgt noch

Am geeigneten ist natürlich ein Sommeraußengehege oder eine ganze Außenhaltung. Vorausgesetzt die notwendigen Bedingungen werden eingehalten, die für die Tiere überlebenswichtig sind. Ziemlich unangenehm kann die ganzjährige Außenhaltung werden, wenn es auf den Winter zugeht und der Halter ständig in die Kälte muss um sich um die Tiere zu kümmern. Das Gehege darf nicht voll in der Sonne stehen. Eine kleine Sonnenecke ist nicht so schlimm, solange das Tier jederzeit in den Schatten hoppeln kann. Ein Auge sollte trotzdem darauf geworfen werden, damit die Tiere keinen Hitzeschlag bekommen. Außerdem sollte dieser zugfrei und windgeschützt stehen. Im Winter, wenn die Tiere draußen bleiben, brauchen sie extra Kälteschutz, der die Tiere vor dem Erfrieren schützt!

Im Grunde genommen brauchen Kaninchen evtl. Höhlen, Steine, Gras und einen geschützten Bau oder ein Häuschen um sich darin zu verstecken Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Umrahmung von der Umrandung muss auf jeden Fall tief verankert sein, da die Kaninchen sehr tiefe Höhlen graben und dadurch schnell ins Freie kommen können. Wenn der Halter sich dazu entschlossen hat die Tiere draußen zu halten, sollte auf jeden Fall jedes Jahr eine Schutzimpfung durchgeführt werden. Geimpft werden sollte ein Kaninchen gegen Myxomatose und RHD. Die Ursachen und die Folgen ohne Impfung stehen unter Folgeerkrankung falscher Haltung.

RHD- Rabbit Haemorrhagic Disease- Viruserkrankung beim Kaninchen

Der Erreger ist ein Virus, das direkt oder indirekt übertragen werden kann. Sie können entweder von Tier zu Tier übertragen werden, oder aber auch durch die Kleidung der Tierbesitzer, Futtermittel, als auch durch stechende Insekten. Der Verlauf der Erkrankung ist von der Wiederstandskraft der Tiere abhängig und erfolgt nach einer Inkubationszeit von 1-3 Tagen. Dies kann bei perakuten Verlauf zum plötzlichen Tod und Erstickungsanfällen kommen.

Das einzige evtl. Symptom ist blutiger Nasenausfluss. Ein vorkommender akuter Verlauf zeigt sich durch Unruhe, Benommenheit, Atembeschwerden, Fieber und auch blutiges Nasensekret. Der Tod tritt gleich auf wie bei dem perakuten Verlauf.

Impfung erfogt einmal jährlich bei Kaninchen mit Kontakt nach draußen. Ab der 6. Lebenswoche können junge Kaninchen geimpft werden. Bei Nachkommen von geimpften Häsinen ab der 12. Woche!

2.4 Nachwuchs

Sollte es einmal zum Nachwuchs kommen (oder auch gewollt) hat das Kaninchen bestimmte Anforderungen. Ein Kaninchen fängt in der Regel kurz vor der Geburt mit dem Nestbau an. Sollte die etwa 1-2 Wochen nach dem Deckart sein, handelt es sich eher um eine Scheinschwangerschaft. Nach 28-31 Tagen kommen die Jungen blind auf die Welt. Etwa einige Tage zuvor sollte ein Nistkasten mit Schlupfloch (mind. 40 cm breit/ 50 cm hoch) in den Stall gestellt werden. Dieser sollte mit weichem Haferstreu, Heu oder Holzwolle ausgelegt werden. Das Weibchen polstert diesen noch mit ausgerupften Haaren aus. Nacheinander werden 4- 14 Jungen geworfen. Nach dem Wurf sollte auf jeden Fall das Nest nach toten Jungen Ausschau gehalten werden. Der Stall sollte Nachts mit einem Tuch abgedeckt werden, da die Jungen meist nachts gesäugt werden.

Nach 14 Tagen sind die Kleinen völlig behaart, nach 21 Tagen kommen die Tiere aus dem Nest, 5-6 Wochen dauert die Säugezeit und die Tiere können nach ca 10 Wochen  getrennt werden.

Das Geschlecht zeigt sich nach 7-8 Wochen. Kaninchen haben eine Lebensdauer von ca. 8-10 Jahren, wobei auch schon manche Tiere bei guter Haltung und viel Glück 18 Jahre erreicht haben.

Die Tierheime sind leider voll mit Kaninchen, daher die Bitte, keine Kaninchen zu züchten.

NestausrupfungNest fertig

3. Artgerechte Ernährung

In vieler Hinsicht wird oft hin und her diskutiert wie man ein Kaninchen artgerecht ernährt. Das Hauptproblem sind dabei die Zähne und die Verdauung (siehe mögliche Folgen falscher Haltung). Bei Kaninchen ist den wenigsten Haltern bekannt das Backenzähne vorhanden sind, die ständig wachsen und erhebliche Schäden in Maul und Umgebung anrichten können. Ein sehr sinnreich eingerichtetes Gebiss ist ein Merkmal der „Hasenartigen“. Durch die starke Abnutzung der Nagetätigkeit auszugleichen wachsen die Zähne lebenslang. Durch die vielen Überzüchtungen kommt es zusätzlich zu schnell oder sogar schief wachsenden Zähnen, wo besonders die vorderen Schneidezähne betroffen sind.

Genauer gesagt haben Kaninchen wurzeloffene Zahnkanäle, d.h. die Zähne wachsen pro Woche 1-2 mm. Sie haben 2 Schneidezähne zum Abbeißen und Nagen und Backenzähne (12 Oberkiefer und 10 im Unterkiefer) ohne Wurzel zum Mahlen der Nahrung. Diese werden durch Vorwärts- Rückwärts Bewegungen (Schlittengebiss) dabei aneinander gerieben und abgeschliffen. Hinter den Nagezähnen des Oberkiefers versteckt, befinden sich noch 2 kleinere Stiftzähne. Durch die richtige Ernährung und ständige Zahnkontrolle, insbesondere die der Backenzähne kann man Spätfolgen vorbeugen.

Das empfindlichste Organsystem ist der Magendarmtrakt. Der Magen ist zum Verhältnis zum Blindarm eher klein. Da das Tier einen einhöhligen Magen hat ist dies die Hauptursache für die Anfälligkeit im Verdauungssystem. Der Dickdarm wird die Zellulose des rohfaserreichen Futters verdauen. Die große Gärkammer ist der Blinddarm. Dort kommt es zur Stoffumwandlung durch Mikroorganismen. Flüchtige Fettsäuren, Proteine und lebenswichtige B-Vitamine werden gebildet. Durch die Blinddarmwand werden die Nährstoffe teilweise aufgenommen und unter anderem als Blinddarmkot ausgeschieden.

1. Blinddarmkot, 2. Kötelketten (kann auch mal vorkommen, bei Dauer zum Ta)

Dieser sieht fast so aus wie normaler Kot. Er ist nur weicher und meist traubenförmig. Der Blinddarmkot enthält 30-40% Roheiweiß (davon 50% Bakterieneiweiße) und sorgt für hohe Verdaulichkeit. Meist wird er vom After aufgenommen und verzehrt. Da dies lebenswichtig für das Kaninchen ist, darf der Halter die Tiere nie daran hindern.

Dadurch, das der Magen so empfindlich reagiert, müssen die Tiere pro Tag ca. 60-80 kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen, damit die Verdauung intakt bleibt.

Durchfall  verfärbter Urin (manchmal kann der Urin rötlich sein, was auch mal normal ist)

Der Wasserbedarf bei Kaninchen (Bsp. 3kg) beträgt ca. 0,25 Liter pro Tag. Eine trächtige Häsin braucht 4* soviel und später mit Jungtieren bis zu 2 Liter pro Tag. Dies kommt aber auch auf die Haltung und auf die Ernährung an.

Am besten man vergleicht die Ernährung der Heimtiere mit denen der wilden Verwandten. Nur so ist ein langes gesundes tiergerechtes Leben gewährleistet. Am einfachsten ist es für den Halter, die angebotenen fertigen Futtermittel zu kaufen. Bevor dies getan wird, sollte man mal überlegen, ob ein Kaninchen in freier Wildbahn dieses diversen Mischungen auch in der Natur findet. Die Voraussetzungen erfüllen diese Mischungen leider nicht. Gerade diese enthalten einen sehr hohen Getreideanteil wie z.B. Weizen, Roggen, Mais, Hafer und Maisflocken. Teilweise sind sie dazu noch eingefärbt in einem schönen Grün oder Orange. Meist enthalten diese Futtermischungen noch Bäckereierzeugnisse (Abfall), Zuckerrohmasse, Nüsse, Sonnenblumenkerne und sogar tierische Nebenerzeugnisse.

Dann gibt es noch die sogenannten „Leckerlis“ oder auch Snacks wie Drops, Knabberstangen usw. Leider enthalten diese sehr viel Milch, Milchpulver, Getreide, Honig, Zucker, Mehl und tierische Eiweiße.

Bekommt dies alles ein wildes Kaninchen in der freien Natur zu fressen? Nein! Ganz bestimmt nicht und daher gehört dies alles auch nicht auf den Speiseplan eines Hauskaninchens. Wer dennoch auf dies nicht verzichten mag sollte nicht mehr als höchstens einen Teelöffel pro Tag dazugeben, evt. als Belohnung oder als Abwechslung zur normalen Nahrung. Diese Futtermittel als Hauptnahrung anzubieten ist alles andere als Artgerecht!!!!!

Heu ist das erste und wichtigste aller Nahrungsmittel überhaupt. Das Heu besteht aus viel Rohfaser. Dadurch fressen die Tiere langsam und bilden durch das kauen viel Speichel. Gutes Heu riecht aromatisch und ist mit vielen Kräutern, Blüten und Gräsern bestückt. Schlechtes Heu ist staubig, gelb, feucht und riecht muffig! Frisches Heu sollte Tag und Nacht zur Verfügung stehen.

Frische Futterpflanzen im Sommer wie Löwenzahn, Gräser usw. ( siehe Tabelle unten), die dazugegeben werden, sollten auf keinen fall dort gepflückt werden wo Autos fahren oder Hunde ausgeführt werden. Am besten legt der Halter einen Garten an mit einer Ecke mit Futterpflanzen für das Kaninchen, vorausgesetzt es steht ein Garten zur Verfügung. Auch auf einem kleinen Balkon können einige Pflanzen in einem Balkonkasten gezogen werden.

Verträgliche Wildpflanzen:                                                          Unverträgliche Wildpflanzen:

Löwenzahn                                                                                             Alle Wolfsmilchgewächse

Huflattich                                                                                                 Hundspetersilie

Gänseblümchen                                                                                    Junger Klee (verursacht Blähungen

                                                                                                                   Spitz- und Breitwegerich Trommelsucht)

Brennesseln im jungen Zustand                                                       Vielblättrige Lupine (giftiger Samen)

Schafgarbe                                                                                              alle Hahnenfuß-Arten

                                                                                                                   ( wird ungiftig beim

                                                                                                                    trocknen)

Wiesenbärenklau                                                                                    Gundermann

Wiesenkerbel                                                                                          Sauerklee

Wiesenkümmel                                                                                      Rainfarn

Wilde Möhre                                                                                             Bärlauch

Alle Gräser                                                                                                Maiglöckchen

Gänsefingerkraut                                                                                    Fingerhut

Klee ( in Maßen und in älterem

Zustand, da sonst Blähungen                                                             Herbstzeitlose

mit Trommelsucht entstehen)                                                             Tollkirsche

                                                                                                                   Gefleckter Schierling

Rotklee (=Wiesenklee)                                                                         Klatschmohn

Weißklee                                                                                                 Bittersüßer u. schwarzer Nachtschatten

                                                                                                                   Hopfenklee und Hornklee Nachtschatten

Ringelblumen                                                                                         Beinwell

                                                                                                                   Eisenhut

Minzen-Arten (nicht bei Muttertieren)                                                  Farnpflanzen generell

Wiesensalbei                                                                                         Schöllkraut

Vogelmiere                                                                                             Sumpfdotterblume

Beinwell (geringe Dosierung nicht                                                    Rittersporn

immer anwenden)                                                                                Adonisröschen

Wermut                                                                                                   Riesen- Bärenklau

Frauenmantel                                                                                        Buchsbaumblätter

Johanniskraut                                                                                        Platterbsen

Gewöhnlicher Thymian                                                                        Kanadische Goldrute

 

Wiesen- und Acker- Fuchsschwanz

 Zaunwinde

Gänsefuß (=Guter Heinrich)                                                               Eibe

Saat- Luzerne                                                                                        Goldregen

Sauerampfer ( Dosierung beachten

wegen hohen Oxalacetat-Gehalt)                                                       Efeu

Giersch (= Geifuß)                                                                                 Waldrebe-Arten , Schneeball

                                                                                                                   Besenginster, Ginster, Liguster, Seidelbast 

Verträgliche Knabberkost:                                                                   unverträgliche Knabberkost:

 Zweige von Obstbäumen ( an denen                                               Wachholder, Ahorn, Traubenholunder

 kein  Steinobst mehr hängen                                                              Oleander

 darf), Zweige von Weiden u. Birken 

Zweige von Haselnuss, Pappel, Buche

 Zweige von Tannen ( diese müssen frisch                                      Gartenflieder u. Sommerflieder

sein)                                                                          Vorsicht bei Thujen ( bei Morgenländischen Lebensbaum-zweigspitzen

                                                                                    giftig- abendländl. die Zapfen)

essbare Gartenkräuter: 

Petersilie ( Achtung Oxaläure! Blasensteinbildung - wenig füttern)

Thymian, Salbei, Möhrenkraut, Kümmel, Borretsch, Bohnenkraut, Dill, Liebstöckl

(nicht lange anwenden- sonst gefährlich), Majoran, Zitronenminze, Pfefferminze

( Verfütterung von aromatischen Kraütern nicht übertreiben, da diese einen hohen Anteil an Mineralien besitzen- sie können sich als Blasensteine ablagern!)

( Auflistung herausgenommen aus „ Ein Herz für Tiere Oktoberausgabe 2004)

Wie der Halter sehen kann gibt es eine Menge Auswahl an Futterpflanzen. An Obst und Gemüse gibt es zur Auswahl Feldsalat, Möhren (sollten jeden Tag gefüttert werden), diverse Blattsalate (außer Kopfsalat, enthält Blausäure), Möhrenkraut, Äpfel, Fenchel, Stangensellerie, wenig Birne u. Gurke ( enthält nur Wasser), Kohlrabi, Chicoree, Blätter von Rettich und Radieschen, und Brokoli. Kohlsorten sollten auf keinen Fall gefüttert werden, da sie zu starken Blähungen führen!

Dies alles sollte stets frisch sein. Niemals welkes oder faules Obst und Gemüse verfüttern. Getrocknete oder frische Petersilie haben einen sehr hohen Nährwert und sind sehr leicht verdaulich. Petersilie sollte aber nur gering zugefüttert werden, denn dieses kann zu Blasensteine führen.

Der hohe Vitamin C, E, und K Gehalt in Obst und Gemüse sorgt für die gute Durchblutung der Organe, eine gesunde Darmflora und einen guten Knochenstoffwechsel. Auch etwas gesundes sind getrocknete Rote Beete Chips und getrocknete Bananen ohne Zucker. Rote Beete enthält Vitamin C, Eisen, Folsäure und Pro-Vitamin A und B. Mittlerweile gibt es im gut sortiertem Fachhandel viel getrocknetes Obst, Gemüse und Kräuter aller Art, die der Halter anstatt handelsüblichem Trockenfutter zufüttern kann. Diverse frische Sorten, die nicht gefüttert werden sollten und die Probleme verursachen stehen unter Folgen falscher Ernährung.

4. Mögliche Folgen falscher Haltung